macOS, Stand August 2026
Bildschirmaufnahme am Mac – alle Wege, alle Grenzen
Der Mac nimmt den Bildschirm seit macOS Mojave von Haus aus auf. Du brauchst nichts zu installieren und keinen Account. Diese Seite zeigt die zwei eingebauten Wege, alle Tastenkürzel – und sagt offen, wo macOS an eine Grenze stößt, die sich mit Bordmitteln nicht auflösen lässt.
+ das wichtigste in kürze
- Starten: Cmd+Shift+5. Beenden: Cmd+Control+Esc oder das Stoppsymbol in der Menüleiste.
- Der Ton kommt nicht von allein. Unter Optionen musst du das Mikrofon aktiv auswählen – sonst ist die Aufnahme stumm.
- Systemton geht gar nicht. macOS nimmt niemals auf, was der Mac selbst abspielt. Der Umweg dafür.
- Gespeichert wird auf dem Schreibtisch, als
.mov. Der Ort ist unter Optionen änderbar.
bildschirm-aufnehmen.de · Geprüft für macOS 26 Tahoe, August 2026
Weg 1: Die Aufnahmeleiste mit Cmd + Shift + 5
Das ist der Standardweg und für fast alles die richtige Wahl. Drücke Cmd+Shift+5 – am unteren Bildschirmrand erscheint eine schmale Leiste mit fünf Symbolen. Die ersten drei machen Screenshots, die letzten beiden nehmen Video auf:
- Gesamten Bildschirm aufnehmen – alles, was zu sehen ist. Auf großen Monitoren selten die beste Wahl (siehe unten).
- Ausgewählten Bereich aufnehmen – du ziehst einen Rahmen. Der Rahmen bleibt für die nächste Aufnahme gespeichert.
- Ausgewähltes Fenster aufnehmen – neu in macOS 26 Tahoe. Nimmt genau ein Programmfenster auf, unabhängig davon, was davor liegt.
Vor dem Start: einmal in die Optionen schauen
Der Knopf Optionen in derselben Leiste ist der Grund für die meisten missglückten Aufnahmen. Dort stellst du ein:
- Sichern unter – Schreibtisch, Dokumente, Zwischenablage oder ein eigener Ordner. Wenn du regelmäßig aufnimmst, lohnt ein eigener Ordner, sonst wächst der Schreibtisch zu.
- Timer – 5 oder 10 Sekunden Vorlauf. Praktisch, um vor dem Start noch das richtige Fenster nach vorn zu holen.
- Mikrofon – steht standardmäßig auf Keines. Das ist der Schalter, der bei stummen Aufnahmen fehlt.
- Mauszeiger anzeigen – für Anleitungen fast immer sinnvoll, für reine Produktvideos oft störend.
Weg 2: QuickTime Player
QuickTime kann dasselbe und ist der ältere Weg. Öffne QuickTime, dann Ablage → Neue Bildschirmaufnahme. Seit macOS Mojave öffnet das allerdings nur noch dieselbe Aufnahmeleiste – funktional gibt es keinen Unterschied mehr.
Wofür QuickTime trotzdem gut ist: zum Zuschneiden hinterher. Öffne die fertige Aufnahme, dann Bearbeiten → Trimmen (Cmd+T) und ziehe die gelben Griffe. Für „vorne die ersten zehn Sekunden weg“ ist das der schnellste Weg, den es am Mac gibt – ohne Schnittprogramm, ohne Export-Wartezeit.
Und noch etwas, das viele nicht wissen: QuickTime kann auch den Bildschirm eines iPhones aufnehmen, das per Kabel am Mac hängt. Wähle dazu neben dem Aufnahmeknopf statt der Kamera das iPhone aus. Details dazu auf der iPhone-Seite.
Alle Tastenkürzel im Überblick
| Tastenkombination | Was passiert |
|---|---|
| Cmd+Shift+5 | Aufnahmeleiste öffnen (Video und Screenshot) |
| Cmd+Control+Esc | Laufende Bildschirmaufnahme beenden |
| Cmd+Shift+3 | Screenshot des ganzen Bildschirms |
| Cmd+Shift+4 | Screenshot eines Ausschnitts |
Cmd+Shift+4, dann Leertaste | Screenshot eines einzelnen Fensters |
| Cmd+T (in QuickTime) | Aufnahme vorne und hinten kürzen |
Die Grenze, die niemand dazusagt: der Systemton
Der Mac nimmt ausschließlich Mikrofoneingänge auf. Was aus den Lautsprechern kommt – der Ton eines Videos, die Stimme im Videocall, Musik – erreicht die Aufnahme nicht. Es gibt keinen Schalter dafür, weil die Funktion schlicht fehlt.
Das ist keine alte Information: Auch macOS 26 Tahoe hat daran nichts geändert. Tahoe hat die Fensteraufnahme und HDR ergänzt, den Systemton aber nicht. Die Systemeinstellung „Aufnahme von Bildschirm & Systemaudio“, über die man stolpert, regelt nur, welche fremden Programme mitschneiden dürfen – die eingebaute Aufnahme bekommt dadurch keine neue Fähigkeit.
Wenn dein Video stumm ist, obwohl du das Mikrofon aktiviert hast, lag es genau daran: Du hast den Raumton aufgenommen, nicht den Ton aus dem Rechner. Die drei Lösungswege – einer davon kostenlos – stehen unter Bildschirmaufnahme mit Ton.
Wenn etwas nicht klappt
- Die Aufnahme ist schwarz. Meist ein Streaming-Dienst oder eine geschützte App: Netflix, Disney+ und ähnliche verhindern die Aufnahme technisch. Das ist Absicht und lässt sich nicht umgehen.
- Nichts passiert bei Cmd + Shift + 5. Prüfe unter Systemeinstellungen → Tastatur → Kurzbefehle → Bildschirmfotos, ob das Kürzel aktiviert ist. Manche Programme belegen es ebenfalls.
- Die Datei ist riesig. Eine Minute in 4K auf dem ganzen Bildschirm kommt schnell auf mehrere hundert Megabyte. Nimm einen Ausschnitt auf statt des gesamten Schirms – das reduziert die Datei stärker als jede Kompression hinterher.
- Die Aufnahme ruckelt. Fast immer zu wenig freier Speicherplatz oder ein externer Monitor mit hoher Auflösung. Schließe Programme, die im Hintergrund rendern, und nimm auf die interne Festplatte auf, nicht auf ein Netzlaufwerk.
Warum du selten den ganzen Bildschirm aufnehmen solltest
Ein 27-Zoll-Monitor hat rund die neunfache Fläche eines Handy-Displays. Wer die Aufnahme später am Telefon anschaut – und das tun die meisten – sieht winzige Schrift und erkennt nichts. Nimm stattdessen einen Ausschnitt in etwa 16:9 auf, oder in Tahoe direkt das einzelne Fenster.
Ein zweiter Grund ist Datenschutz: Auf dem ganzen Bildschirm sind Menüleiste, Benachrichtigungen, offene Tabs und Ordnernamen mit im Bild. Bei Aufnahmen für Kundinnen oder für ein Team ist ein enger Ausschnitt schlicht die sauberere Lösung. Mehr dazu auf der Seite Tutorials und Kurse aufnehmen.
Wann sich am Mac ein Programm lohnt
Für die gelegentliche Aufnahme: nie. Die Bordmittel reichen. Interessant wird es, sobald einer dieser Punkte auf dich zutrifft:
- Du brauchst regelmäßig Systemton und Stimme gleichzeitig – der einzige Fall, den die Bordmittel gar nicht abdecken.
- Du schneidest jedes Mal nach, setzt Untertitel oder Zoomfahrten.
- Du nimmst live vor Publikum auf oder streamst.
Welches Programm für welchen dieser Fälle taugt, steht mit Preisen in Programme im Vergleich.
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